„Ich muss meinem Körper beim Gehen offenbar bestimmte Ziele setzen. Nur wenn die Strecke durch Abwechslungen gegliedert ist, dann entsteht das Gefühl, ein Gebiet durchschritten zu haben und sich Dingen genähert zu haben und an ihnen vorüber gegangen zu sein...“

Wenn es in einem Zimmer regnen könnte, dann würde mir das helfen zu verstehn, wo die Dinge in diesem Zimmer sind, würde mir ein Gefühl dafür vermitteln, dass ich in diesem Zimmer bin und nicht bloß auf einem Stuhl sitze.

in: John M. Hull, Im Dunkeln sehen. Erfahrungen eines Blinden

Montag, 7. Dezember 2009

lageplan

zum lageplan:
der gebäudekomplex wird über die stallschreiberstraße erschlossen. anstatt sich aber bei der ausrichtung der schulgebäude an der ausrichtung der straße zu orientieren, wurde die achse der anderen schule zur positionierung der gebäudekörper gewählt. diesen als solitär völlig frei platzierten gebäudemassen soll kein gegenpol geschaffen werden, sondern zwischen den gebäuden, der alten, sowie der neuen schule, soll ein landschaftliches spannungsfeld aufgemacht werden. auch wenn das karrée mit weiteren gebäuden ergänzt wird, mit blockbebauung oder weiteren einzeln stehenden baukörpern, bleibt die beziehung zwischen den schulgebäuden erhalten und formuliert auf dem schwer zu fassende feld eine harmonische und interessante komposition. um dieses feld möglichst offen zu halten, was gerade in anbetracht der historischen bedeutung des grundstücks als ehemahliger todesstreifen wesentlich erscheint, auf die obligatorische umzäunung des schulgeländes verzichten zu können und trotzdem den gerade für die blinden schüler so notwendigen hermetischen raum zu schaffen, entscheiden wir uns die schulhöfe als luftgeschosse auf die zwei nördlichen würfel zu setzen.
die baumassen werden auf dem grundstück der höhe nach geordnet, um verschattungen möglichst zu vermeiden. so befindet sich die turnhalle, als der niedrigste baukörper, im südlichen teil des geländes an der alexandrinenstraße. die unterrichtstrakte befinden sich in zwei blöcken geordnet, wobei der block, der von der stallschreiberstraße zunächst erreicht werden kann, auf der höhe der gegenüberliegenden häuserlücke positioniert wird und auf der achse der turnhalle liegt. der kleinere körper rückt aus der reihe der turnhalle und des größten baukörpers von der grundstücksgrenze weg, so dass zwischen ihm und dem anderen baukörper eine platzsituation entsteht, die die schüler morgens in empfang nimmt, von hieraus werden nun beide baukörper betreten.

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