„Ich muss meinem Körper beim Gehen offenbar bestimmte Ziele setzen. Nur wenn die Strecke durch Abwechslungen gegliedert ist, dann entsteht das Gefühl, ein Gebiet durchschritten zu haben und sich Dingen genähert zu haben und an ihnen vorüber gegangen zu sein...“

Wenn es in einem Zimmer regnen könnte, dann würde mir das helfen zu verstehn, wo die Dinge in diesem Zimmer sind, würde mir ein Gefühl dafür vermitteln, dass ich in diesem Zimmer bin und nicht bloß auf einem Stuhl sitze.

in: John M. Hull, Im Dunkeln sehen. Erfahrungen eines Blinden

Montag, 7. Dezember 2009

diagramme

„Ich muss meinem Körper beim Gehen offenbar bestimmte Ziele setzen. Nur wenn die Strecke durch Abwechslungen gegliedert ist, dann entsteht das Gefühl, ein Gebiet durchschritten zu haben und sich Dingen genähert zu haben und an ihnen vorüber gegangen zu sein...“, John M. Hull, Im Dunkeln sehen. Erfahrungen eines Blinden

zum code:
der erschließung der schule fällt im falle einer blindenschule eine besondere bedeutung zu, da die orientierung nicht über visuelle erinnerungen erfolgen kann. verschiedene architektonische eingriffe führen jedoch zu anderer raumwahrnehmung. sie rhythmisieren den weg. wir bezeichnen diese abwicklung des weges als den spezifischen code von einem raum in einen anderen.
das diagramm zeigt verschiedene codes eines schülers aus der oberstufe. das zentrum seiner orientierung ist der klassenraum im erdgeschoss. bei der linearen abwicklung der codes verschwinden allerdings die orientierungparameter der richtungen (links und rechts, sowie hoch und runter). deutlich wird jedoch die jeweils spezische länge des weges, sowie die rhythmisierung einzelner abschnitte durch treppe. auffällig im vergleich mit einem jüngeren schüler ist die länge des weges zum schulhof, der sich auf den gebäuden, in einem luftgeschoss befindet. während der ältere oberstufenschüler zu diesem raum einen verhältnismäßig weiten weg zurücklegen muss, erreicht der jüngere schüler den geschützten außenraum sehr schnell.

zum programm:
das raumprogramm haben wir als eine staffelung von privateren zu immer öffentlicheren bereichen gelesen. in den grundrissen galt es, diese qualitätenfolge zu wahren und zu verstärken. jeder klasse sollte ein individueller flurbereich als eine pufferzone zwischen dem privateren kleingruppenraum und dem internen stufenschulhof zugeordnet werden. jede stufe teilt sich einen individuellen außenraum auf der etage. hier kann auch unterricht stattfinden. über diese außenräume, die sich wie ein band den würfel entlang schlängeln, wird auch der gemeinsame schulhof erschlossen. diese externe hoferschließung kann außerdem als eine art „roter teppich“ bei schulveranstaltungen in der aula im 3. og dienen.

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