„Ich muss meinem Körper beim Gehen offenbar bestimmte Ziele setzen. Nur wenn die Strecke durch Abwechslungen gegliedert ist, dann entsteht das Gefühl, ein Gebiet durchschritten zu haben und sich Dingen genähert zu haben und an ihnen vorüber gegangen zu sein...“

Wenn es in einem Zimmer regnen könnte, dann würde mir das helfen zu verstehn, wo die Dinge in diesem Zimmer sind, würde mir ein Gefühl dafür vermitteln, dass ich in diesem Zimmer bin und nicht bloß auf einem Stuhl sitze.

in: John M. Hull, Im Dunkeln sehen. Erfahrungen eines Blinden

Montag, 7. Dezember 2009

research orientierungs- und kommunikationssysteme

inka:
seit 1923 ist wissenschaftlern bekannt, dass es sich bei der knotenschrift der inka (khipu) um eine zahlenschrift handelt. mit ihr wurde die buchhaltung des staatswesens geführt.
einfache knoten repräsentieren die tausender, hunderter und zehner, während unterschiedlich oft geschlungene achterknoten die ziffern von 1 bis 9 ausdrücken.
komplexere informationen wie ortsnamen oder daten können durch knotenrichtung, bandfarbe, kordelrichtung oder fügung zum trägerseil übermittelt werden.

inuit:
die inuit fertigten taktile „mappings“ von küstenabschnitten grönlands an. neben diesen skulpturalen objekten notierten die inuits ihre umgebung mit liedern und legenden. diese art mythischem umgang mit der umgebung zeigt die besondere verbundenheit der inuit zum raum. diese dreidimensionalen karten sollten die küste eher emotional als visuell vermitteln.
da der baumbestand in den gebieten der inuit rar ist und somit treibholz ein wertvolles gut, wurde es ausschließlich für kunstgegenstände und unverzichtbare gebrauchsinstrumente verwendet. um platz zu sparen ud damit material verwendeten die inuit für ihre karten beide seiten des holzes.
die karten sind wetterbeständig und können schwimmen und außerdem sind sie auch in dunklen nächten lesbar.

aborigines:
die „songlines“ der aborigines ergeben eine mythische, jedoch unsichtbare karte von australien. durch gesang wird diese karte von generation zu generation weitergegeben. sie bildet die grundlage der spirituellen wanderungen, zu denen ein dreizehnjähriger aborigine aufbricht.
die zivilisatorischen baumaßnahmen haben diese wege der australischen urbevölkerung durchbrochen und zerstört. die orientierung durch die „songlines“ ist aus dem bewusstsein der menschen verschwunden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen